Alles ist da, wir können wählen.

Nach einem langen Lauf, in der Monotonie des Atmens, im Dahinrauschen und Verflüchtigen bleibt das Wesentliche und wird erkennbar. Raum und Zeit verschwimmen und legen frei.

Foto: Tom Wagner

Manifesto – aus der Tiefe des Seins

Meine Bilder sind leise Nahrung für die Seele.

Sie sind leise – und doch hallen sie nach. Meine Malerei ist radikal reduziert und doch komplex. Sie ist sanft und entsteht aus innerer Kraft.

Wenn es ruhig ist, spüre ich meine Stärke, fühle ich meine Lebendigkeit, meine Neugier – bin ich ganz und gar im Moment und beobachte. Was sich mir zeigt, kann sich ausbreiten. Das ist der Moment, in dem ich male. Stille, Ruhe, Energie, Leichtigkeit und Hingabe fließen in meine Malerei und die Bilder – formuliert mit feiner Zartheit, konzentriert und in jedem einzelnen Moment mit ganzer Aufmerksamkeit.

In meinen Bildern schwingt Leichtigkeit, Präsenz und Tiefe. Mein Fokus ist klar und gerichtet – offen für das Unbekannte und offen für das Empfinden. Wohlgefühl und aufgehoben sein, fliegen und aufgefangen sein. Angenehm. Im Frieden. Neugierig. Genießen. Sein.

Ich bin überzeugt, dass Bilder und ihre tiefe Entstehung die Menschen beeinflussen, die mit ihnen leben. Ich glaube, dass die Energien, die in ein Bild einfließen, von ihm wieder ausstrahlen. Körper und Seele gehen in Resonanz mit den Bildern. Meine Arbeit verstehe ich als «Slow Art», da sich ihre Wirkung langsam entfaltet.

Die Arbeiten von Steffi Düsterhöft bewegen sich jenseits gegenständlicher Darstellung und eröffnen abstrakte, offene Bildwelten. In klein- mittel- und großformatigen Werken, die unterschiedliche Materialien und Techniken miteinander verbinden, entstehen vielschichtige Bildräume, die sich festen Formen und eindeutigen Zuschreibungen entziehen. Ihre Malerei erforscht das Spannungsfeld zwischen Leere und Fülle, Bewegung und Stille, Präsenz und Auflösung. Ihre Bilder schaffen offene Räume für Wahrnehmung und Imagination und laden dazu ein, das Unbekannte und Unbestimmte zu entdecken. Im Zentrum steht die Vorstellung einer unendlichen Verbundenheit aller Dinge.
 
Aus Farbe, Material und Bewegung entwickeln sich Bildgefüge, die nicht auf Abbildung ausgerichtet sind, sondern auf Erfahrung. Sie eröffnen Möglichkeiten, über das Sichtbare hinauszudenken und und zu empfinden – sich auf Aspekte der Wirklichkeit einzulassen, die sich nicht vollständig erklären oder darstellen lassen. Es geht darum, gewohnte Perspektiven zu verlassen und sich auf Bildwelten einzulassen, in denen Offenheit, Verbindung und das Unvorstellbare ihren Ausdruck finden –  in denen die Grenzen zwischen dem Individuellen und dem Universellen durchlässig werden.